Ponys Wanderreiten

Wanderritt Tag 4: Bitte noch 14 Tage weiterreiten…

Der vierte Tag sollte mit einem gemütlichen Frühstück in der Sonne vor dem Weiterreiten beginnen. Noch bis Mitternacht glucksten wir davor über die bereits geschossenen Fotos und kullerten etwas albern durch die „Ferienwohnung“ (Sonnenstich oder das eine Pils des Gastgebers, welches uns netterweise überlassen wurde?). Da das Wassertreten am Vortag so gut funktionierte war ich helllauf euphorisch, dass Donna dies heute wiederholen würde. Erwartungsgemäß standen meine Wanderschuhe noch pitschnass vor Tür (was sollte auch ohne Interventionen wie Zeitungspapier passieren, aber was soll man denn noch alles mitschleppen…). Ich fand noch einen Fön im Badezimmer. In Abwägung nasser Füße vs. eines elektrischen Stromschlags durch das Gerät aus Vorkriegszeiten entschied ich mich entschlossen für A).

Bei den Ponys angekommen war augenscheinlich, dass sich die Zwangsreisegemeinschaft Donna & Panino nun wohl endgültig angefreundet hat. Wir rekapitulieren:

  • Erste Nacht: Tritt.
  • Zweite Nacht: besorgtes Brummen, wenn der andere außer Sichtweite gerät.
  • Dritte Nacht: man macht sich nach dem Frühstück nochmal (gemeinsam) lang.
Hat es Euch nicht geschmecket? Tiefenentspannte Wanderrittpferde...

Tiefenentspannte Wanderrittpferde…

 

 

 

 

 

 

 

 

So ähnlich hatten meine Meerschweinchen dies früher auch immer gehandhabt, wenn sie gesättigt waren: Futter breittreten und hineinlegen…

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Ein Badestopp an der Krüseliner Mühle

Unser Weg führte wieder – nach einem ersten Schotterschock – über weiche Waldpfade. Bereits früh passierten wir die Krüseliner Mühle.  Die Mühle ist eine Ferienanlage mit Unterkunft, Seeschänke und allem Zip und Zap, was uns allerdings inklusive der Sauna reichlich egal war, als wir das kristallklare Wasser sahen. Ha! Und so hatten wir auch noch einmal bei „Lichte“ die Gelegenheit, mit den Ponys in See zu stechen – nicht, ohne den FKK-Sympathisanten am Bootssteg vorher zu fragen, „ob das denn stören würde…“ (tat es nicht, er ging dann trotzdem…) – nicht, dass man ihn noch vor Schreck aus dem Wasser ziehen musst… Ich schwimme schon so sehr langsam – das Rettungsschwimmen via Pony wollten wir NICHT versuchen. Donna und Panino pflügten wieder vergnügt durch das seichte Wasser, plantschten mit den Vorderbeinen und wühlten mit den weißen Nasen in den selbstgeschaffenen Wellen. Ganz entgegen ihres Namens bewies Prima Donna, dass man trotzdem (oder gerade deswegen) auch den Bauch ins Wasser halten kann. Mutige Tiere.

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Auf den weiteren Kilometern bis Boitzenburg stellte sich dann so langsam der Tagestrott ein: Reiten – Rasten – Weiterreiten. In einem hübschen Dörfchen (ich habe den Namen komplett vergessen) begegneten uns vielerlei Pferde am Wegesrand und von einem Berliner Rentenberater, welcher sich hier mit seiner malenden Gattin niedergelassen hat, gab es einen Schluck kühlen Wassers. Mal wieder fanden wir hinreissende Rastplätze auf hügeligen Wiesen.

Prinzessinnen gehören auf’s Schloss!

Ursprünglich sollte unser Wanderritt eine Schlössertour werden. Was davon übrig blieb, ist Schloss Boitzenburg als Fast-Zielpunkt. Ganz erhaben kletterten wir die leichte Steigung der Toreinfahrt hinauf, vorsichtshalber mit den Pferden an der Hand, war ja alles voller Touristen und so… Wo war nochmal die Fanfare? Hineinreiten wäre stilechter gewesen, aber wir beschlossen einstimmig (Ponys und Hunde wurden nicht gefragt), dass wir dafür auch so wirklich nicht angezogen waren (die Samtrobe hängt in Prenzlauer Berg). Nach einem kurzen gegenseitigen Shoot vor dem Schloss, den üblichen Rufen der Kinder „Ein Pfeeeerd (langes E)! Da is noch aiiiins (langes I)!“ und anerkennend nickenden Rentner zogen wir das Eiscafé am Marstall gegenüber vor. Da man sich auf Wanderritten ja erst nach und nach kennenlernt, stellte Susanne fest, dass ich die gleichen Essgewohnheiten pflegen würde wie ihr Mann (erst Eis, dann Pommes; also Süßes zuerst, Kräftiges nach). Lecker ist sowas nach mehreren Stunden Ritt!

Während wir in Erinnerung noch kauen, für Euch einen kurzen geschichtlichen Abriss:

In einer Legende erzählt man sich jedoch, dass vor langer Zeit in Suckow ein Schäfer lebte, und der hieß Arndt. Eines Tages, als er am Uckersee seine Schafe hütete und ein paar weiße Strümpfe strickte, kam der Markgraf von Brandenburg angeritten. Er führte Krieg gegen die Pommern, hatte aber eine Niederlage erlitten und wollte sich nun durch die Flucht retten.

Nun wollte er auf die andere Seite des Uckersees und von dort den Pommern in die Flanke fallen. Doch wo sollte er hinüber gelangen? Schäfer Arndt ging mit ihm ans Seeufer und zeigte ihm eine seichte Stelle. Der Markgraf ritt mit seinen Soldaten hindurch. Bald darauf schlug er die Pommern. Bei seiner Rückkehr traf er an der selben Stelle wieder den Schäfer. Er wollte ihn belohnen und bot ihm Geld an. Der Schäfer lehnte ab, und der Markgraf sprach dreimal: „Arndt, nimm!“ Als der Mann bei seiner Ablehnung blieb, sagte der Markgraf, er wolle ihn anders belohnen, und er verlieh ihm somit den Namen „von Arnim“.

Diese und andere Geschichten könnt Ihr hier nachlesen. Wir lernen, dass Schafe immer direkt oder indirekt in uckermärkischen Geschichten vorkommen…

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Angekommen!

Angekommen!

Gestärkt durch (wirklich leckeres) Eis traten wir die letzten Meter Weg zur Klosterruine Boitzenburg an. Wir passierten die klappernde Mühle, die am rauschenden Bach stand (kein Problem für die Ponys) und sammelten zunächst unseren Chauffeur auf dem Parkplatz ein. Dann schossen wir unsere Abschiedfotos. Bisschen wehmütig waren wir ja schon… Ging alles schneller als gedacht. Der nächste Trip wird länger, ganz bestimmt!

 

 

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Und was sonst noch so fehlt…

So ganz vollständig ist unser Rittbericht noch nicht. Vorsichtshalber haben wir unterschlagen, wie weit wir denn wirklich geritten sind – so inklusive des Verreitens und so weiter. Also muss wohl zwingend noch eine Nachbetrachtung kommen. Seid gespannt!

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Erkenntnisse des Tages

  • Ab dem dritten Tag setzt auf einem Wanderritt Klassenfahrtstimmung ein!
  • Wer Probleme mit dem Aufsitzen hat, hat dies nach einem Wanderritt abgestellt. Es gibt 25 Anlässe pro Tag, dies zu üben. Beispiele:
    • „Scheisse, meine Gerte!“
    • „Ich muss mal!“
    • „Du, ich glaube meine Satteltaschen rutschen…“
    • „Warte mal, dit is’n Motiv!“
    • „Hier wird’s eng.“
    • „Pony braucht ’ne Pause.“
    • „Sollen wir am nächsten Haus tränken?“

Lassen wir das….

PS: Im Übrigen haben wir die weltbesten Ponys!

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Hier geht’s zum Tag 1 des Wanderritts!

Hier geht’s zum Tag 2 des Wanderritts!

Hier geht’s zum Tag 3 des Wanderritts!

 

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