Ponys Wanderreiten

Wanderritt Tag 2: Size DOES matter…

Es gibt Dinge, Menschen oder Tiere, die halten einen ab, auch nur in die Nähe der Tagesunterkunft zu gelangen, um dann schließlich doch überpünktlich zu erscheinen. Aber der Reihe nach. Frisch gestärkt und viiiel zu spät brachen wir in Annenwalde auf. Das Packen ging in der zweiten Runde schon deutlich schneller. Panino kam uns morgens mit einem Dreizack an der Innenseite des rechten Unterschenkels entgegen… Da muss Donna wohl im Kampf um das leckere Heu einmal ein Hinterbein gezogen haben… spitze Gegenstände fanden sich auf dem puderzuckerigen Reitplatz, welcher das Nachquartier bildete, nämlich nicht. Dieses Pony… Auf jeden Fall hatte sich die Rangordnung dann also auch sortiert… Das Packen geht im zweiten Durchlauf schon deutlich schneller!

 

Schenkelweichen statt Salutieren… auf dem Militärgelände

Der Weg führte nach Verlassen des Ortes schnell durch ein altes, stillgelegtes Militärgelände, welches mit strengen Beschilderungen gespickt war (rote Warnstufe einer zuständigen Aufsichtsbehörde in Templin). Bloss nicht vom Wege abkommen… Aber der Track verlief eben hindurch! Außerdem hatten die Pferde eigentlich ausreichend Feuer – wer braucht schon hochgehende Altmunition unter den Fesselgelenken…? Nach einer ersten, flotten Galoppstrecke (sooo weiche Wege!) hatte die Freude schnell ein Ende: Mangels Brücke war eine Überquerung des wegkreuzenden Gewässers nicht möglich. Aber das Schilf war durchaus malerisch… Und nun? Absitzen, Grasen lassen, Mücken totschlagen und erst einmal gedankenverloren und vor Verzweiflung das einzige Proviantbrötchen des Tages vernichten. Wir wollten doch eigentlich über Himmelpfort nach Lychen… so richtig himmlisch war das ja nun alles noch nicht. Aber sodann: wir hatten doch auch noch eine „richtige“ Landkarte, welche uns Wege abseits des Tracks bieten würde!!! Dachten wir…
Hätte man sie nicht gestern beim Tränken am Bach aus der halboffenen Satteltasche rutschen lassen…

Weiter nach Lychen!

Nachdem Susanne sich ausgeflucht hatte und wir die „reguläre“ Strecke spontan gegen die Gewitterstrecke tauschten (kürzer und weniger Militägelände-lastig), machten wir uns auf die Suche nach einer Umgehungslösung (welche uns fast wieder bis Annenwalde zurückführte). Diese mündete aber, bevor wir wieder in gemütliche Wälder mit ellenlangen Geradeausstrecken eintauchten, in breite, gerodete Sandstreifen auf dem Gelände. Immer im ZickZack den Warnschildern ausweichend (wie die Kaninchen auf der Flucht). Nachdem wir ausgiebig Staub eingeatmet hatten vor lauter Galopp (wohl eher nur Panino, Susanne und Jafar, da Donna es wieder mal am eiligsten von allen hatte), versuchten wir uns in Seitengängen und mancherlei Gymnastik und hielten uns gegenseitig im Bilde fest. Dressurshoot in freier Wildbahn! Außerdem muss man es hier mit der Anzahl der Hufschläge nichts so genau nehmen, ferner ist die Lastaufnahme doch schon über die Satteltaschen sichergestellt… Oder so. Ich schimpfte immer mal wieder noch leise vor mich hin – wollte ich doch so gern nach Himmelpfort (Bilder von der alten Klostermauer machen) und meine Weihnachtspost auf dem dortigen Postamt einwerfen (sie hätte mit Dressursätteln in 16Zoll-Größe zu tun gehabt…). Ein wenig tröstete, dass das Postamt wohl erst ab November tatsächlich in die Bearbeitung geht – wer weiß, wo Donnas und mein Wunschzettel dann verstaubt wäre…

Die weitere Strecke führte widerum im Wechsel durch Wald und über Felder. Unsere Hoppas sind inzwischen so vertrauensselig (oder wir?), dass man sie frei Grasen lassen kann. So fand sich langsam ein Takt zwischen Wandern und Ruhen. Bedingt durch die verkürzte Strecke (heute auch deutlich flotter unterwegs!) kamen wir zur Tagesstation, bereits vor 16 Uhr. Noch auf 300 Metern Abstand vor dem Tor stockten beide Pferde schlagartig (die Ohren spitz, der Rücken steif, keine Bewegung!). Äh – am Jargon merkt Ihr, dass das Militätgelände wohl doch bleibende Schäden hinterlassen hat…

 

Hhhiehhh-Ahhhh, Hhhhiieh-Ahhhh….

Willkommen!

Willkommen!

Mit Widerhall klang es durch die gegenüberliegenden Wohnblöcke. Wir wären ja gern weitergelaufen. Aber es ging nicht. Zwei Meter vor – drei zurück… und so weiter. Wir bedienten uns dann des PonyPingPongs, und das geht so: immer, wenn sich eines der Pferde ins Hemd machte, traute sich das andere eine Nasenlänge weiter… Obsolet zu erwähnen, dass die letzten 300 Meter eine zeitraubende Angelegenheit waren. Ein Eselhengst (!) stand als Maskottchen direkt neben der Hofauffahrt – eine besseren Werbeträger gibt es wohl nicht. Was ein Kaventsmann… irgendwie muss man da bisher immer nur mit Zwergeseln Kontakt gehabt haben – kein Vergleich zu diesem Exemplar. Die Größe! Allein diese Ohren! Überzeugt Euch selbst… Jedenfalls schafften wir es wenig später, in Schulterhereinstellung den Hof zu erreichen (Biegungsrichtung natürlich ZUM Esel, welcher fröhlich mitmarschierte).

Platzhalter

Unterkunft: die Muli-Rensch in Lychen

Mulinachwuchs

Mulinachwuchs

Die Muli-Rensch in Lychen wird betrieben von Grit und Achim Rensch. Auf dem Hof wohnen eine Vielzahl von Pferden, Eseln und natürlich Mulis. Zwei vorwitzige Fohlen turnten auf der Koppel herum: ein kleiner Rappschecke (Pferdehengst) und ein weiteres Mulifohlen mit der Pferdemama (war dies eigentlich ein Mädchen oder ein Junge, liebe Renschs?) Die Huftiere werden sowohl geritten als auch gefahren – und das bis zu sechsspännig…Die Vorstellung lässt einen schwindelig werden… Ende Juni nimmt die Familie beim Kaltblutrennen in Brück teil. Ich fürchte nach den plastischen Erzählungen, dass man dorthin MUSS… schon jetzt die Frage in die Runde: wer möchte mit? Es scheint der Veranstaltungstipp schlechthin – AUCH für Pony-, Voll- oder Warmblutreiter!

Unsere Hoppas bezogen luxuriöse Doppelboxen mit Klarsichtvorhang und Paddock sowie Koppelzugang. Die Boxenleiste befand sich innerhalb der niegelnagelneuen Pferdebewegungshalle (*zwinker*). Wenn wir mal Geld haben, bauen wir auch sowas… Nicht nur, dass die Rangordnung geklärt war: Panino brummelte inzwischen besorgt, wenn Donna frische Luft schnappen ging – und umgekehrt. Sympathieverhalten – dass sehen die geneigten Besitzerinnen gern. Den Ausgang wagte Frau Pony allerdings erst, als wir die Lamellen beiseite gebunden hatte. Vorher bekam sie einen solchen Schreck vor dem Flatterplastik, dass sie sich fast auf den korpulenten Hintern setzte (die Geste war vergleichbar mit Jafar, wenn er sich den Schlaf aus den Gliedern streckt: Vorderbeine lang, Kopf tief, Hintern hoch). Was haben wir gelacht! Leider waren wir zu langsam mit der Kamera…

Unsere Behausung, eine Ferienwohnung mit Schlafnische unter dem Dach bestach mit einem putzigen Detail (nicht, dass der Kaffeevorrat schon toll genug gewesen wäre. Susanne wollte ja keinen, hatte Sorge um ihren Nachschlaf – so nach Mittwochabend…). Schaut mal in den Slider… Hat jemand schon mal SOLCHES Toilettenpapier gesehen? Das ist nicht nur Business –  das muss Liebe sein, wirklich.

Eine Pizza im Ort und einen kleinen Nettoeinkauf später (ich war seit gestern ohne Zahnbürste, passiert mir ja häufiger mal auf Reisen…) sahen wir den Pferden noch eine Weile beim Heukauen zu. Donna schäkerte ein wenig mit ihrem fremden Boxennachbarn und wir übten am Holzpferd in der Nachbarbox parallel den Feldaufschwung (und hoffen, dass die Muli-Renschs keine Videoüberwachung im Stall hatten).

Nun aber für heute gute Nacht!

Latzhalter

Erkenntnisse des Tages:

* Führe mehrere Tageslinsen bei!
* Sichere Landkarten mit Schnüre oder Alleskleber in der Tasche!
* Gewöhne Dein Pferd frühzeitig an exotische Tiere! :-)
* Plastikvorhänge an Paddocks lassen Donna Yoga betreiben.

Schäden des Tages:

* die zweite Kontaktlinsen-Operation
* verlorene Wanderkarte

Und: Hatte ich erwähnt, dass meine Wanderschuhe mit passenden Strüpfen KEINE Blasen mehr verursachen…?

PS: Wenn jemand eine sinnvollere Idee hat, das WordPress Metaslider-Plugin von Textüberlagerungen fernzuhalten als weiß gefärbte Textbausteine einzusetzen … nur her damit. Gäbe es dieses Problem nicht, wäre der Beitrag schon zwei Stunden online…

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